Entwicklung von Dörpe
Der kleine Ort Dörpe liegt idyllisch eingebettet zwischen dem Osterwald und dem Nesselberg und zählt heute rund 350 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1393. Ursprünglich war Dörpe überwiegend landwirtschaftlich geprägt.
Da die Ackerflächen begrenzt waren und traditionell nur der erstgeborene Sohn den Hof übernehmen konnte, mussten die übrigen Kinder andere Erwerbswege finden. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Töpferhandwerk: Dörpe gehörte – neben Duingen und Brünnighausen – zum sogenannten „Pottland“.
Später entwickelte sich das Bergmannswesen zu einem weiteren bedeutenden Arbeitsfeld. In Osterwald und im nahen Nesselberg gab es umfangreiche Bergwerksanlagen. Noch heute erinnert der Bergmannsweg an die Zeit, in der die Dörper Bergleute täglich zu Fuß nach Osterwald oder zum Nesselberg gingen.
Auch der Steinabbau prägte die Region. Sowohl im Osterwald als auch im Nesselberg/Kleinen Deister existierten zahlreiche Steinbrüche. Nachdem die Bergwerksaktivitäten im Nesselberg eingestellt worden waren, gründete der ehemalige Betriebsobmann Wilhelm Schmull im Jahr 1925 einen Steinbruch im Dörper Hainholz, oberhalb der früheren Waldgaststätte „Dreyers Berggarten“. Später pachtete sein Sohn einen weiteren Steinbruch oberhalb der Sennhütte, den sogenannten Avoldbruch. Über viele Jahrzehnte fanden dort zahlreiche Dörper Arbeit. Gleichzeitig errichtete die Familie Schmull in Dörpe eine Steinsäge (Dörper Straße 54), in der die Sandsteinplatten aus dem Steinbruch verarbeitet wurden.
Heute hat Dörpe nur noch einen landwirtschaftlichen Vollerwerbshof. Ein weiterer landwirtschaftlicher Betrieb ist die auf Coppenbrügger Gemeindegebiet liegende „Pulvermühle“. Der Ort hat sich zu einem Pendlerdorf entwickelt. Die meisten Einwohner arbeiten in Coppenbrügge, Hameln, Hildesheim oder Hannover. Vorteilhaft ist dabei die zentrale Lage zwischen diesen Städten. Durch die zunehmende Verbreitung des Homeoffice können inzwischen viele Menschen direkt von Dörpe aus arbeiten.
Positiv ausgewirkt hat sich auch der Zuzug neuer Bewohner, insbesondere kunstschaffender Menschen. Der Begriff „Ein Dorf voller Künstler“ oder „Das Künstlerdorf“ entstand durch die jährlich stattfindenden Veranstaltungen des Gartenlandschaftsbaubetriebs von Ingo und Claudia Mücke auf dem Gelände der ehemaligen Steinsäge (Dörper Straße 54). Dort wurden florale Gartengestaltung und die Präsentationen Dörper Künstler auf besondere Weise miteinander verbunden.
Auch das Thema Nachhaltigkeit hat in Dörpe einen hohen Stellenwert. Besonders im Bereich der Energie war der Ort früh ein Vorreiter. Bundesweite Aufmerksamkeit erhielt Dörpe 1989 durch das erste Null-Energiehaus (Am Brink 6). Bereits 2007 verfügten 17 Häuser über Solaranlagen oder Blockheizkraftwerke und deckten damit rund 20 % des gesamten Energiebedarfs des Dorfes. Heute dürfte dieser Anteil noch deutlich höher liegen.
Dörpe ist ein lebenswerter Ort mit viel umgebender Natur und herrlichen Möglichkeiten für Spaziergänge und Wanderungen im Osterwald oder Nesselberg. Zudem wird die Dorfgemeinschaft aktiv gepflegt – in Vereinen, bei Festen und bei zahlreichen Veranstaltungen.
Dörper Gemeindegebiet
Das Gemeindegebiet von Dörpe ist vergleichsweise klein. Der Gelbbach bildet die Grenze zwischen dem Dörper und dem Coppenbrügger Gemeindegebiet.
Dadurch gehören die gesamte Straße „Halbe“, die „Pulvermühle“ und der „Eichhorst“ zu Coppenbrügge – auch wenn sich die Bewohner stets Dörpe zugehörig fühlten.
Die Bachstraße hingegen gehörte immer zum Dörper Gemeindegebiet, da der Gelbbach früher zwischen den Häusern Halbe 1 und Bachstraße 9 floss.

Tabellarische Ortschronik von Dörpe
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 4./3. Jahrt. v. Chr. | Siedlungsspuren. Fund eines Beils aus dem Neolithikum im ehemaligen Dörper Hutewald. |
| früh. Jahrt. v. Chr. | Siedlungsspuren. Nachweis von Getreidepollen im Gelbbachtaler Hochmoor (heute Hutewald). Bedeutet Landwirtschaft in der Umgebung. |
| ca. 800 | Karl der Große gründet die Kirche in Elze und Michaeliskloster in Hildesheim. Gebiet vom heutigen Dörpe gehört zum Bistum Hildesheim. Hier lebten die Engern, eine Stammesgruppe der Sachsen. Die Gegend gehörte zum Gudingo-Gau und speziell zum Untergebiet (Archidiakonat) Oldendorf. Der Gudingo-Gau war Teil des größeren Flenithigau. |
| 1393 | Erstmalige urkundliche Erwähnung von Dörpe. Ein „Bertholdus van der Dörpe“ war Zeuge eines Vertrages. |
| vor 1400 | Dörpe gehörte wahrscheinlich zur Grafschaft Hallermund (Springe, Fürstentum Calenberg) |
| 1400 | Dörpe gehört zum Amt Lauenstein (Edelherren von Homburg) |
| 15xx | Erste Töpfer siedeln sich in Dörpe an. Sie stellen sogenannte Gelbtöpfe für den allgemeinen Hausgebrauch her. Die Tonwaren werden häufig per Kiepe auf dem Rücken transportiert und in das nahe Umland verkauft. |
| 1557 | In Dörpe sind 20 Höfe nachgewiesen. 1585 sind es bereits 31 Hofstellen |
| 1585 | Herzog Julius von Braunschweig verpfändet das Kloster Marienau und das Dorf Dörpe für 2.500 Reichstaler an Barthold Bock von Nordholz in Voldagsen. Somit verfügt Barthold über den Zehnten der Dörfer und über die Herrendienste. |
| 1605 | Aufgrund eines zusätzlichen Darlehns erhält Barthold Bock die Untergerichtsbarkeit über Dörpe und Marienau. |
| 1618-1648 | Dreißigjähriger Krieg. Große Not durch plündernde Soldaten. Viele Felder und Höfe werden aufgegeben („wüst“). |
| 1675 | Erster nachweislicher Steinhauer in Dörpe (Hieronymus Havenicht). Ab Mitte des 18. Jahrhunderts deutlich mehr Dörper Steinhauer, die in Osterwalder oder Nesselberger Steinbrüchen arbeiten. |
| 1747/48 | Es wird das erste Schulgebäude gebaut (Dörper Straße 19). Der bisherige Schulunterricht wurde in einem „ruinösen“ Haus durchgeführt. |
| um 1750 | Einführung der allgemeinen Brandkassenversicherung. Die Häuser bekommen eine Nummer die gleichzeitig die Hausnummer ist. In Dörpe werden die Nummern nach der Größe der Höfe vergeben. |
| 1792 | Die Genehmigung zum Abbau von Steinkohle im Nesselberg wird erteilt. Ab 1793 arbeiten zahlreiche Dörper in diesen Bergwerken. |
| um 1800 | Zur Siedlungserweiterung wird die Siedlung Halbe gegründet. Sie gehört zum Amt Coppenbrügge |
| 1807 | Frankreich (Napoleon) übernimmt alle preußischen Gebiete zwischen Weser und Elbe und etabliert das Königreich Westphalen. Das Amt Lauenstein wird aufgelöst. Dörpe gehört nun zum Kanton Münden. Die Einwohner müssen Geldzahlungen und Naturalien an die Franzosen liefern. Sie mussten diese in Hannover abgeben. |
| 1813 | Nach der Völkerschlacht bei Leipzig, den die Franzosen verloren, wird das alte Amt Lauenstein wiederhergestellt. Es ist wieder kurhannoversch. |
| 1819 | Coppenbrügge und somit auch Dörpe wurde an das Postwesen (Post Collection) angeschlossen. |
| 1840/41 | Agrarreform. Ablösung der Lehnsaufgaben und Zentabgaben der Bauern. Die Bauern müssen dafür bezahlen – das jährlich 18-fache der Naturalabgaben und das übrige 25-fach. Hierzu müssen sie Darlehn aufnehmen. Für Dörpe betrug der Gesamtbetrag 8390 Taler. |
| 1842/43 | Es wird ein neues Schulgebäude (Lindenplatz 1) gebaut, da das alte zu klein geworden ist. Es ist für 100 Schüler geeignet. Alle Einwohner müssen sich an den Kosten von 885 Talern beteiligen. |
| 1852 | Das Amt Lauenstein wird geteilt. Dörpe und einige andere Orte werden dem Amt Coppenbrügge angeschlossen. |
| 1855-65 | Die Straße von Coppenbrügge nach Eldagsen durch Dörpe wird gebaut. Die heutige L422. Vorher gab es nur einen unbefestigten Waldweg. |
| 1859 | Dörpe und einige andere Orte fallen wieder an das Amt Lauenstein |
| 1871 | Abschluss des Dörper-Rezesses zur Neuordnung der Dörper Feldmark. Es werden Ackerstücke zu größeren Flächen zusammengelegt und zusätzliches Ackerland wird gewonnen. Ein neues Feldwegenetz wird angelegt. |
| 1872 | Dörpe bekommt einen eigenen Friedhof. Bisher mussten die Dörper den Coppenbrügger Friedhof benutzen. Die erste Beisetzung fand 1900 statt. |
| 1885 | Der Kreis Hameln wird gegründet und die Ämter werden aufgelöst und dem Kreis angeschlossen. |
| 1886 | Dörpe verzichtet auf das Recht zur Nutzung von Teilen des Osterwaldes (Brennholz, Bau- und Stakenholz, Leseholz, Schweinemast). Sie erhalten dafür Geld in Höhe von 25.691 Mark sowie eine Abfindungsfläche. |
| 1907 | Die Bergwerksaktivitäten am Hainholzschacht werden eingestellt. Trotz 200m tiefen Schacht wurde keine Kohle gefunden. |
| 1925 | Die Bergwerksaktivitäten im Nesselberg werden eingestellt. |
| 1925 | Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Dörpe |
| 1930 | Dörpe bekommt eine eigene Poststelle. Zuerst im Gasthaus Dreyer. |
| 1933 | Die Genehmigung des Dörper Wappens wurde vom Minister des Inneren erteilt |
| 1945 | Dörpe wird von der US-Armee besetzt. Im Ort gab es keine Kampfhandlungen. |
| 1953 | Einweihung der neuen Schule mit dem Lehrerhaus Am Brink 6 + 8. |
| 1953 | Das ehemalige Schulgebäude (Lindenplatz 1) wird von der Kirche gekauft und wird ab jetzt als Kirchgemeindehaus genutzt. Es finden Gottesdienste statt. |
| 1953/54 | Dörpe erhält eine zentrale Wasserversorgung. Alle Häuser werden über eine Wasserleitung versorgt, die aus der Hainholzquelle gespeist wird. Auch die Häuser an der Halbe werden an das neue Leitungsnetz angeschlossen. |
| 1960 | Gründung des Feuerwehr-Musikzuges |
| 1964 | Gründung des DRK Ortsvereins Dörpe |
| 1965 | Der Avold-Steinbruch bei der Sennhütte wird nach dem Tod des Inhabers Wilhelm Schmull geschlossen. |
| 1972 | Die Poststelle in Dörpe wird aufgelöst. Die letzte Posthalterin war Edeltraut Bartels |
| 1973 | Durch die Gebiets- und Gemeindereform wird die Selbstständigkeit der Gemeinde Dörpe aufgelöst und es entsteht mit anderen Dörfern die Gemeinde Flecken Coppenbrügge. Der letzte Dörpe Bürgermeister war Wilhelm Wichmann. |
| 1982 | Das Feuerwehrgerätehaus am Russelbrink wird eingeweiht. |
| 1989 | Einweihung des neuen Dorfplatzes Am Brink |
| 1993 | 600-Jahr Feier |
| 1995 | Der Radweg von Dörpe nach Coppenbrügge wird eingeweiht. Vorangegangen waren umfangreiche Protestaktion der Dörper Bürger für diesen Radweg. |
| 1998 | Dorfgemeinschaftsfest und Einweihung der Grillhütte, die durch Gerda Holweg finanziert wurde. |
| 2001 | Der Verein „Dörper Dorfgemeinschaftsverein e.V.“ wird gegründet. |
| 2004 | Fertigstellung des Bergmannsweg-Teilstücks „Dörper Bergmannspfad“ auf Initiative von Friederich-Wilhelm und Heinz Vespermann. Ermöglicht durch Leader-Fördermittel. |
Dorfchroniken

Dörper Chronik von 1989. Autorin Adelgunde Schäfer.
Diese Chronik kann als Kopie von der Gemeinde Coppenbrügge noch erworben werden.

Dörper Chronik von 1989. Autoren Gerda Holweg und Team.
Diese Chronik kann noch bei Gerda Holweg (Dörper Straße 44) erworben werden.

Neue Chronik von 2026 derzeit in Arbeit. Autor Wolfgang Schnurbusch. Fertigstellung 2026. Die wesentlichen Inhalte der beiden vorherigen Chroniken werden zusammengefasst und viele neue Kapitel kommen dazu – und alles in Farbe und kostenlos als PDF-Datei! Die Einbeziehung der Hauseigentümer und Vereine ist geplant. Wolfgang Schnurbusch informiert euch hierzu.
Dörpe in historischen Ansichten
Das sehr interessante Video (links) nimmt euch mit auf einen historischen Spaziergang durch Dörpe und dem angrenzenden Nesselberg. Viel Spaß beim anschauen.
Historische Ansichtskarten von Dörpe findet ihr bei Cards2see.de/Doerpe.
Weiter historische Ansichtskarten der Umgebung wie dem Ortsteil Nesselberg, Brünnighausen, Waldgaststätte Sennhütte, Waldgaststätte Holzmühle, Ortsteil Salzburg, Coppenbrügge, Marienau und viele weitere Orte findet ihr unter Cards2see.de oder direkt den Namen anklicken.
Der Bergmannsweg und der Dörper Bergmannspfad
Zwischen Bad Münder und dem Osterwald verläuft der Bergmannsweg, ein insgesamt runde 21 Kilometer langer Wanderweg durch abwechslungsreiche Landschaft mit vielen Panoramaausblicken. Historisch geprägt durch Bergbau, Steinbrüche und Töpferei, erinnert der Weg an die industrielle Vergangenheit der Region. Heute verbindet er historische Routen und Orte wie Altenhagen, Brünnighausen, Dörpe und die Salzburg sowie Osterwald. Der Weg ist durchgehend mit einem Bergmannssymbol markiert und lädt zu einer eindrucksvollen Entdeckungstour ein.
Das Teilstück „Dörper Bergmannspfad“ ist besonders schön. Vom Parkplatz und der Schutzhütte an der Pulvermühle, führt ein rund 3,5 Kilometer langer Bergmannspfad an den Überresten des einstigen Bergbaus vorbei. Neben der Bergbaugeschichte wird auf diesem idyllischen Weg die Natur in den Mittelpunkt gestellt. Auf Informationstafeln finden sich allerhand interessante Informationen über die heimische Natur, beheimatete Bäume, Wild und Jagd und die Vogelwelt. Zwei Schutzhütten, an der Pulvermühle und am Dörper Grillplatz, stehen den Wandernden zur Verfügung.
(vgl. Flyer „Bergmansweg Bad Münder – Osterwald“, zu erhalten bei den jeweiligen Gemeinden oder hier)
Der Bergmannsweg und der Dörper Bergmannspfad ist durch die Initiative von Heinz und Friederich-Wilhelm Vespermann entstanden und wurde durch Förderprojekte finanziert. Wir danken an dieser Stelle auch Andreas Vespermann, der sich ehrenamtlich um die Instandhaltung des Wegeabschnittes für Dörpe kümmert.
Der gesamt Bergmannsweg ist hier dargestellt.

Hier noch ein paar Impressionen vom Dörper Bergmannsweg








